GSB 7.1 Standardlösung

Projekte

Berufliche und finanzielle Situation bei Patienten mit einem Weichteilsarkom

Nach Erhalt einer Krebsdiagnose stehen Patienten vor vielen Herausforderungen. Der Zusammenhang zwischen beruflicher Situation und finanziellen Problemen durch die Krebserkrankung hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität (QoL) von Krebspatienten. In der Tat ist die Lebensqualität von Krebspatienten geringer, wenn das Risiko für psychische Störungen oder Belastungen steigt, und die Chancen auf eine Heilung des Krebses sinken. Fortschritte in der therapeutischen Intervention ermöglichen vielen Krebspatienten eine soziale Reintegration in das Berufsleben. Etwa ein Drittel der Krebspatienten ist jünger als 65 Jahre, und mit der stetigen Zunahme der Lebensarbeitszeit stellt eine Krebsdiagnose auch eine finanzielle Belastung für die Betroffenen dar. Das Hauptziel dieser Studie war es, die soziale Lebensqualität im Zusammenhang mit Faktoren der beruflichen und finanziellen Situation bei Patienten mit der Diagnose Weichteilsarkom (STS) zu analysieren.

Methoden:
Mit einem deskriptiven, nicht-experimentellen Forschungsdesign wurde eine Querschnittsbefragung über einen Zeitraum von sechs Monaten, zwischen Mai und November 2016, in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Tumorzentrum der Universitätsmedizin Mannheim, der Patientenorganisation "Das Lebenshaus e.V." und der Deutschen Rentenversicherung Hessen (DRV Hessen) durchgeführt. Wir analysierten die Daten von 30 Patienten mit der Diagnose STS anhand von Selbstauskunftsbögen in Kombination mit Daten der Rentenversicherung vom Zeitpunkt der Erstdiagnose bis zu drei Jahren danach. Von 280 Fragebögen erhielten wir 86 ausgefüllte Formulare, von denen 56 ausgeschlossen wurden. Die verbleibenden Fragebögen von 30 Patienten wurden nach definierten Outcomes ausgewertet und beinhalteten eine Berechnung der durch die Krankheit verursachten finanziellen Veränderungen.

Ergebnisse:
30 Patienten (24 Frauen), deren medianes Alter bei Erstdiagnose 48,7 Jahre (Bereich: 31-61 Jahre) betrug, wurden in die Analyse einbezogen. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit betrug 8,8 Monate und bei 67 % (20 Pts.) änderte sich die Beschäftigungssituation nach der Zeit der Arbeitslosigkeit. Acht Patienten beantragten eine Altersrente (Erwerbsminderungsrente), vier Patienten reduzierten ihre Wochenarbeitszeit und drei Patienten verloren ihren Arbeitsplatz aufgrund von Komplikationen der Erkrankung. Die Datenanalyse ergab, dass von diesen Patienten ein Patient von einer Einkommenserhöhung von ca. 24 % profitierte,  ein weiterer eine reguläre Altersrente erhielt und vier Patienten aus anderen Gründen ein reduziertes Einkommen angaben. Insgesamt hat sich das mittlere Einkommen um 26 % verringert. Betrachtet man nur die acht Patienten, die eine Rente beantragten, so ergab sich bei teilweiser oder vollständiger Arbeitslosigkeit eine durchschnittliche Einkommensminderung von bis zu 62 %.

Schlussfolgerungen:
Eine verminderte Arbeitsfähigkeit kann für die Betroffenen nach der Diagnose eines STS zu erheblichen finanziellen Problemen führen. Wir fanden eine durchschnittliche Einkommensminderung von 26 %, bei denjenigen, die Rentenzahlungen beantragen, von 62 %. Dies ist letztendlich mit einem höheren Risiko für eine Verarmung vergesellschaftet.

CAREER AND FINANCIAL SITUATION OF PATIENTS DIAGNOSED WITH SOFT TISSUE SARCOMAS. Nele Laros, Kiangenda Trésor Sungu-Winkler, Susanne Gutermuth, Markus Wartenberg, Peter Hohenberger, Ulf Seifart* and Bernd Kasper*. Oncology Research and Treatment DOI: 10.1159/000509518

Pilotstudie zur Erfassung des Ausmaßes einer Chemotherapie induzierten Polyneuropathie (CIPN) an Patienten einer onkologischen Rehabilitationsklinik

Eine Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPNP) tritt bei bis zu 70% aller Brustkrebspatientinnen (BC) auf. Aufgrund der hohen Anzahl von langzeitüberlebenden Patientinnen gewinnen Nebenwirkungen zunehmend an Bedeutung, insbesondere wenn sie die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen, wie die CIPNP. Eine verminderte Stehfähigkeit und die damit verbundene Sturzneigung aufgrund von CIPNP ist für die Patienten von großer Bedeutung.

Erstes Ziel dieser Studie war es, Unterschiede im Gleichgewichtsverhalten von BC mit CIPNP im Vergleich zu BC-Patienten ohne CIPN mittels post-urographischer Messungen zu erfassen. Zweites Ziel war es, ein Messverfahren zur Diagnose von Alltags relevanten Gleichgewichtsstörungen zu etablieren.

Methoden:
Insgesamt nahmen 83 Patienten (pts) an der Studie teil. 20 von ihnen hatten eine CIPNP entwickelt, 32 hingegen nicht (NCIPNP). 31 pts hatten keine Chemotherapie erhalten und hatten daher keine PNP (NPNP). Neben einer klinischen Untersuchung, die sich auf die CIPNP konzentrierte, wurde zusätzlich eine Posturographie mit sieben verschiedene Stand Bedingungen auf einer AMTI Netforce, einer Kraftmessplatte, durchgeführt. Während des Tests wurden die Parameter Center of Pressure (CoP) X Average, Center of Pressure (CoP) Y Durchschnitt, Fläche und Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt.

Ergebnisse:
In Bezug auf den Tandemstand mit geschlossenen Augen hatte die Gruppe mit CIPNP eine 17,85 cm2 größere Schwankung in der Mittelwertdifferenz der Fläche (FluktuationsFläche) im Vergleich zu NCIPNP oder NPNP (p=0,04). Bei Betrachtung der Abschlüsse im Tandemstand mit geschlossenen Augen, betrug die Abbruchrate in der Gruppe mit CIPNP 80%, in NCIPNP 38% und in der NPNP-Gruppe 61%. (p<0.001)

Schlussfolgerung:
Die vorliegende Studie zeigte, dass CIPNP bei Brustkrebspatientinnen unterschätzt wird, wenn man den einfachen bipedalen oder monopädischen Stand zur Beurteilung des Gleichgewichts der Patientinnen untersucht. Die tatsächliche Beeinträchtigung des Gleichgewichtssystems der Patientinnen mit CIPN zeigte sich sowohl im Bereich der Fluktuation (Area) als auch in den hohen Abbruchraten, was für Alltagsfragen wie Sturz- oder Verletzungsrisiko, aber auch für die Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit wichtig ist.

A Pilot Study to Determine the Extent of Chemotherapy-Induced Polyneuropathy (CIPNP) in Breast Cancer Patients. Bastian Helm, Ralph Beneke, Ulf Seifart (2020) J Neurol Neurosci Vol.11 No.6:340

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